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Kreatives Denken #4: Was genau ist eigentlich Kreativität? Und was ist im Unterschied dazu Innovation?

Ist das nicht das Gleiche? Intuitiv wissen wir bei beiden Begriffen, was damit gemeint ist, aber wenn es darum geht, eine genaue Definition zu finden, fällt das vielen von uns schwer.

Bevor wir also damit beginnen, kreativ zu werden, sollten wir uns einmal darüber einig werden, was denn damit eigentlich genau gemeint ist. Ich habe mich hierfür auf die Suche begeben und im Internet einige Definitionen gefunden. Aber irgendwie war keine dabei, mit der ich gut arbeiten kann. Denn schließlich geht es ja auch darum, seinem Team eine Erklärung zu liefern, mit der alle etwas anfangen können. Also habe ich mich daran gemacht, meine eigene Definition von Kreativität zu erstellen:

Kreativität ist die Brutstätte für neue Ideen. Sie entsteht, wenn man sein vorhandenes Wissen dazu einsetzt, um neues Wissen zu erschaffen. Kreativität führt dazu, dass das bestehende Straßensystem bzw. die Landkarte im Gehirn optimiert und/oder erweitert wird.

Zugegeben: mein Ehrgeiz war groß, es so einfach wie möglich zu halten und ich bin daher mit dieser Definition noch nicht zu 100 Prozent glücklich. Dennoch trifft sie aus meiner Sicht den Kern der Sache sehr gut und man kann den Begriff so auch anderen Menschen sehr einfach erklären. Steve Jobs hat immer davon gesprochen, die Punkte in seinem Hirn zu verbinden. Unter Umständen trifft es daher, angelehnt an seine Worte, diese Definition noch etwas besser:

Kreativität ist, so lange nachzudenken und dabei die Verbindungen in Deinem Gehirn zu verändern, bis dabei eine neue, innovative und nützliche Idee entsteht.

Im allgemeinen Sprachgebrauch verwenden wir Kreativität und Innovation oft gleich. Doch da wir uns hier so intensiv mit dem Thema beschäftigen, möchte ich an dieser Stelle auch die Definition für Innovation noch ein wenig schärfen:

Innovation ist, wenn man kreatives mit logischem Denken so kombiniert, dass dabei eine neue und bessere Lösung als die bisher vorhandenen entsteht.

Innovation ist sozusagen das gesamte Paket. In diesem Sinne ist Innovation der Prozess, in dem viele Aktivitäten zusammengefasst sind, um die Umsetzung von Ideen zu verwirklichen. Es muss sich dabei nicht immer um epische oder historische Entwicklungen handeln. Es muss auch nicht immer etwas sein, dass komplett fertig entwickelt wurde. Auch kleine Schritte Richtung Ziel oder gewünschtem Endprodukt können bereits eine Innovation darstellen. Beispielsweise die Weiterentwicklung eines Akkus für Elektro-Autos, der dazu führt, dass das Auto eine höhere Reichweite erreicht. Oder eine kleine Idee, die es Usern ermöglicht, mit ihren Mobiltelefonen schneller zu schreiben als bisher. Oder eine kleine Abänderung des Service-Prozesses in deinem Unternehmen, der dazu führt, dass die Kundenzufriedenheit geringfügig steigt.

Es ist auch egal, wenn die Idee anderswo schon vorhanden ist. Wenn sie für dich bzw. dein Unternehmen neu ist, dann ist sie immer noch eine Innovation.

Denn auch viele kleinen Innovationen machen mit der Zeit einen großen Unterschied. Was ich damit ausdrücken möchte: es muss nicht immer gleich ein Fahrzeug sein, das nur mit Wasser fährt oder ein Roboter, der den Mount Everest besteigen kann. Viele hängen sich die Trauben zu hoch, wenn sie an den Begriff „Innovation“ denken und bekommen dadurch zu viel Respekt oder gar Angst davor, damit zu beginnen innovativ zu sein.

Bisher im Rahmen der Artikelserie erschienen:
#1: „Wissen ist Macht!“ Wirklich?
#2: Erschaffen oder erschlaffen
#3: Du bist um 96 % weniger kreativ als Dein 5jähriges Ich

martin-schmidt

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