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Kreatives Denken #5: Angewandte Kreativität

Wir wissen also, dass Kreativität und ein hohes Maß an Problemlösungskompetenz wichtige Faktoren für den Erfolg im Geschäftsleben sind. Wir tun uns allerdings schwer dabei, dieses Wissen auch zur Umsetzung zu bringen.

Dabei meine ich nicht die üblichen Brainstorming-Sessions, bei denen ein paar Leute zusammengewürfelt und deren geistige Ergüsse auf ein Flip-Chart geschrieben oder mit Post-It-Zettel auf ein Whiteboard geklebt und dann abfotografiert werden. Das ist die Kreisliga der Kreativität.

In der Champions League spielen hier Unternehmen wie Google, Dyson oder Disney. Für diese Unternehmen ist Kreativität kein zufälliges und glückliches Ergebnis irgendeines Brainstormings, sondern das Ergebnis durchdachter Methoden im Rahmen des Innovationsprozesses.

Google arbeitet hier beispielsweise mit „Moonshot Thinking“. Diese Denkweise geht auf die 60er Jahre in den USA zurück, als der damalige Präsident J.F. Kennedy ankündigte, dass die USA noch in dieser Dekade einen bemannten Flug zum Mond erfolgreich durchführen wird. Die Vorstellung war damals keineswegs realistisch und die technischen Möglichkeiten waren weit davon entfernt, diese Mission ruhigen Gewissens durchzuführen. Kennedy hat es zwar leider nicht mehr erlebt, doch letztendlich hat es geklappt. Die Methode wird in der heutigen Zeit auch „10 X Thinking“ genannt.

Wenn man eine bestehende Dienstleistung oder ein Produkt um 10 Prozent besser macht, ist das sicher ein kleiner Erfolg, doch die Welt wird man damit nicht verändern.

 Daher geht es bei 10 X Thinking darum, die Dinge 10 Mal besser zu machen. Mithilfe dieses Prozesses kann beispielsweise aus einem gewöhnlichen Auto ein selbstfahrendes Fahrzeug entstehen. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung von Google Glass, eine Minicomputer-Brille, interessant. Viele denken, die Entwicklung war ein Flop, doch ein Ergebnis dieser Versuchsreihe ist beispielsweise die Sprachsteuerung von Computern. Diese hat mittlerweile eine große Marktdurchdringung erreicht. Google hat hier schon wieder weitergedacht und sagt für die nächsten zehn Jahre mindestes 17 entsprechende Produktentwicklungen auf diesem Sektor voraus.

Eine geordnete Struktur ermöglicht es, entsprechende Denkprozesse in Gang zu setzen. Chaotische Kreativität bringt dagegen gar nichts.

Es geht also darum, die Art, wie wir denken, zu verändern, indem wir eine Strategie dafür erarbeiten und daraus einen Kreativitätsprozess entwickeln, damit wir letztendlich in geordneten Bahnen kreativ sein können. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit denen wir uns in den nächsten Artikeln ganz genau beschäftigen werden. 

Bisher im Rahmen der Artikelserie erschienen:
#1: „Wissen ist Macht!“ Wirklich?
#2: Erschaffen oder erschlaffen
#3: Du bist um 96 % weniger kreativ als Dein 5jähriges Ich
#4: Was genau ist eigentlich Kreativität?

martin-schmidt

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