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Kreatives Denken #6: Die Denkmuster haben sich in unseren Gehirnen verwurzelt.

Die meisten von uns wandern durch ihr Leben und treffen viele Entscheidungen, ohne darüber nachzudenken, durch welche Denkprozesse diese eigentlich zustande gekommen sind. Wir funktionieren fast immer auf Autopilot. Wir stehen auf, wenn der Wecker läutet, putzen uns die Zähne, ziehen uns Kleidung an, fahren zur Arbeit, erledigen dort die Aufgaben, die man an uns stellt und fahren wieder nach Hause.

Das menschliche Gehirn funktioniert nach gelernten Mustern und Regeln.

Im Alltag ist das wichtig und auch gut so. Denn wir werden ständig mit Tonnen von Informationen bombardiert. Wenn man das alles bewusst analysieren müsste, würde uns das schon bald alle in den Wahnsinn treiben. Daher legt sich das Hirn eben entsprechende Gruppen von Mustern und Regeln zurecht und trifft Entscheidungen auf dieser Ebene, anstatt sich jedes Mal um jedes winzige Detail zu kümmern.

Das haben wir über Jahrmillionen so gelernt. Der Ursprung liegt noch immer in unserem Fluchtverhalten, dass uns in der Vergangenheit dabei geholfen hat, uns vor Angreifern in Sicherheit zu bringen und zu überleben. Hätten unsere Vorfahren jedes Mal überlegt, was man in so einer Situation alles machen könnte, um sich dann für die beste der möglichen Varianten zu entscheiden, dann würde ich wohl jetzt nicht hier sitzen und diesen Text schreiben.

Unsere Sprache ist auch ein gutes Beispiel dafür. Im Laufe der Jahre hast du dir auch hier gewisse Sprachmuster angelernt, die du nun bei Gesprächen oder E-Mails jedes Mal anwendest, ohne genau darüber nachdenken zu müssen. Während du diesen Text hier liest, musst du dir nicht den Sinn der einzelnen Wörter zusammensuchen, du fasst auch hier einfach alles zu sinnvollen Mustern zusammen.

In unserem Alltag helfen uns diese Muster enorm weiter.

Vor allem, weil du nicht jedes Mal überlegen musst, wie du die Zähne putzen oder wie du zur Arbeit fahren und deine Aufgaben erledigen sollst. Dieses Verhalten eignet sich ideal, um Deine täglichen Routinen schnell und effizient zu erledigen. Wenn du in der Arbeit eine Möglichkeit gefunden hast, wie du am Besten mit schwierigen Kunden umgehst, dann kannst du auch dieses Muster in solchen Situationen immer wieder anwenden und wirst dabei immer wieder großen Erfolg haben und Deine Kunden zufriedenstellen.

Kurz gesagt: wir haben im hektischen Alltag einfach nicht die Zeit dazu, jedes Mal das Rad neu zu erfinden.

Diese Vorgehensweise bringt uns also sehr gut weiter in unserem persönlichen Geschäftsfeld „Leben“, das Geschäftsfeld „Erfolg“ wird dabei jedoch stark vernachlässigt, denn während uns die Muster Zeit und Anstrengung ersparen, machen sie uns ebenso blind für mögliche Chancen und Gelegenheiten. Die Muster verwurzeln sich in unseren Gehirnen und wir gehen lieber auf unseren ausgetretenen Pfaden, als nach neuen Wegen zu suchen.

Versuche einmal, folgendes Rätsel zu lösen:

10 + 4 – 35 = 49

Die Gleichung soll durch einen zusätzlichen Strich so verändert werden, dass sie richtig ist.

Wenn du das Rätsel so wie die meisten Menschen gelöst hast, dann hast du aus dem Minus einfach ein Plus gemacht, also:

10 + 4 + 35 = 49

Gratuliere, du hast das Rätsel also richtig gelöst. Geholfen dabei haben dir dabei wieder deine einstudierten Denkmuster. Sie haben dazu geführt, dass du dich für die naheliegendste Lösung entschieden und gar nicht weiter überlegt hast, ob es noch andere Lösungsmöglichkeiten gibt.

Doch für jede Problemstellung existieren unzählige mögliche Lösungen. Du hast wahrscheinlich rein die mathematische Problemstellung erkannt und daher war es für dich offensichtlich, was zu tun ist. Wenn du das Problem jedoch in seiner Ganzheit betrachtet hättest, wären dir vielleicht andere Lösungen eingefallen.

Eine weitere Möglichkeit wäre beispielsweise gewesen, aus dem = ein ≠ zu machen:

10 + 4 – 39 ≠ 49

Wenn du weiter nachdenkst, fallen dir wahrscheinlich auch noch weitere Lösungen ein.

Ich denke, es ist klar, was ich dir damit sagen will:

Wenn du auf dieser Welt einen Wow-Effekt erzielen willst, dann ist es erforderlich, deine Denkmuster zu hinterfragen oder auch einmal komplett gegen sie zu agieren.

Denn wie schon erwähnt: immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten…ich brauche den Spruch nicht zu Ende schreiben, denn mittlerweile kennst du den Spruch wohl schon, weil du ihn bei deinen Denkprozessen gespeichert hast.

Bisher im Rahmen der Artikelserie erschienen:
#1: „Wissen ist Macht!“ Wirklich?
#2: Erschaffen oder erschlaffen
#3: Du bist um 96 % weniger kreativ als Dein 5jähriges Ich
#4: Was genau ist eigentlich Kreativität?
#5: Angewandte Kreativität

martin-schmidt

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