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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 12: Einerseits…andererseits!

In Teil 11 habe ich Dir jetzt also lang und breit erklärt, wie toll Affirmationen sind.

Das stimmt auch!

Einerseits…

…andererseits weiß ich aber, dass es viele Menschen gibt, die damit gar nichts anfangen können und das als sinnlosen Griff in die Eso-Kiste abtun. Und damit haben sie auch wieder recht.

Affirmationen sind einfach nicht für alle Menschen geschaffen. Viele andere Dinge ja auch nicht (zum Beispiel der Fiat Multipla). Affirmationen haben in ihrer Funktion meistens einen Haken: sie funktionieren sehr gut bei Leuten, deren Selbstvertrauen ohnehin schon sehr groß ist, aber nicht bei Menschen mit einem eher gering ausgeprägten Selbstwertgefühl.

Anders ausgedrückt: wenn ich mich ohnehin schon geil finde, dann passt mir auch der schnittige Boss-Anzug perfekt, bin ich aber der Überzeugung, dass ich aussehe, wie ein Kamel nach einem Hurrikan, dann wird auch der tolle Anzug das nicht reparieren, sondern einfach nur schlapp an meinen Schultern runterhängen.

Warum die Affirmationen bei vielen nicht funktionieren, ist einfach erklärt: viele verspüren einfach einen inneren Konflikt, wenn sie sich etwas vorsagen, das nicht mit den bisherigen Erfahrungen übereinstimmt. Vereinfacht gesagt, entsteht das Gefühl, dass man sich selbst belügt.

Es gibt jedoch eine Lösung für alle Affirmations-Verweigerer: Afformationen.

Im Gegensatz zu den Affirmationen werden die von Noah Saint John erfundenen Afformationen in Frageform gestellt.

Das praktische daran: wenn wir uns selbst eine Frage stellen, nimmt das unser Gehirn sofort als Auftrag wahr und macht sich unmittelbar auf die Suche nach Antworten.

Jeder von uns kennt das, weil wir uns alle sehr oft Fragen wie diese stellen:

  • Warum passiert das immer mir?
  • Warum geht es mir schon wieder so schlecht?
  • Warum bin ich nicht schöner/erfolgreicher/beliebter/fleißiger (…)

Die Kunst der Afformationen ist, sich nicht ständig solche negativen Fragen zu stellen, sondern stattdessen positive Warum-Fragen gezielt in die Richtung zu stellen, in die man denken will:

  • Warum bin ich eine gute Führungskraft?
  • Warum setzen wir das Projekt erfolgreich um?
  • Warum sind wir ein erfolgreiches und verschworenes Team?

Falls auch das noch Schwierigkeiten bereitet, lassen sich die Fragen auch auf die Zukunft richten:

  • Warum werde ich ab sofort erfolgreicher sein?
  • Warum werde ich künftig gesund und schlank sein?
  • Warum werde ich in Zukunft Konflikte meistern?

Sobald man diese Fragen gestellt hat, sollte man einfach einmal darauf achten, was das Gehirn so als Antworten liefert. In manchen Fällen wird es durchaus vorkommen, dass es mit Unverständnis reagiert, weil es die passenden Antworten nicht sofort liefern kann. Dann gilt es, seinen Denkapparat herauszufordern und die Frage öfter zu stellen: daraufhin wird sich der faule Lagerarbeiter im Gehirn langsam an die Arbeit machen und versuchen in den hinteren Gängen am Ende der langen Synapsenstraße nach dem passenden Karton mit den guten Lösungen zu suchen.

Wenn es wirklich um große Veränderungen, die langfristig halten sollen, geht, empfiehlt es sich, die Frage über mehrere Tage hintereinander zu stellen, bis das Gehirn die richtigen Lösungen ohne große Anstrengung von alleine liefert.

Es gibt zwei passende Zitate, die sehr gut in kurze Worte fassen, was ich hier ausführlich zu erklären versucht habe, mit denen ich diesen Artikel gerne beenden möchte:

„Die Qualität der Fragen, die wir uns stellen, bestimmt die Qualität unseres Lebens.“ (Anthony Robbins)
„Alles, was wir sind, ist ein Resultat dessen, was wir gedacht haben!“ (Buddha)

martin-schmidt

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