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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 6: Was ist mir wichtig (Werte)?

Gleich zu Beginn: man kann die Wichtigkeit der Werte im Zusammenhang mit mentaler Führungsstärke gar nicht hoch genug einschätzen.

Hier geht es um nichts weniger als darum, was Dir im Leben wichtig ist und wie Du tickst.

Die Werte eines Menschen sind für mich so etwas wie seine Bedienungsanleitung: kennst Du die Werte, dann weißt Du auch, wie er funktioniert und kannst seine Reaktionen ganz genau einschätzen.

Doch das gehört schon eher zu den Fortgeschrittenen-Übungen. Zunächst einmal werden wir bei uns selbst starten und versuchen herauszufinden, welche Werte Dir im Leben wichtig sind. Hast Du spontan eine Antwort auf diese Frage? Wenn ja: super! Dann bist Du an dieser Stelle fertig mit dem Artikel. Andernfalls werden wir hier anhand einer kleinen Übung deine Top 5 Werte herausfinden.

Für die Übung benötigst Du:

  • 1 leeres Blatt Papier (idealerweise A4 liniert, aber das ist nicht so wichtig)
  • 1 Stift
  • Die Werte-Liste, die Du Dir hier ansehen bzw. ausdrucken kannst: Werte-Liste

Lass uns starten:

  • Zeichne zunächst auf der oberen Hälfte Deines Blattes eine Tabelle mit 2 Spalten und 10 Zeilen.
  • Sieh Dir die Liste mit den 346 Werten an.
  • Einige der Werte werden Dir wahrscheinlich gleich ins Auge schießen, andere siehst Du erst beim zweiten oder dritten Mal hinsehen.
  • Suche Dir nun jene 20 Werte aus der Liste aus, die am meisten auf Dich zutreffen und schreibe diese Werte in Deine vorgefertigte Tabelle (pro Feld ein Wert).
  • Wenn Du bisher alles richtig gemacht hast, dann stehen nun links und rechts in Deiner Tabelle jeweils 10 Werte, also insgesamt 20.

An dieser Stelle hast Du bereits den wichtigsten Schritt getan und 20 Werte herausgefunden, die in Deinem Leben eine wichtige Rolle spielen. Als ich diese Übung zum ersten Mal gemacht habe, war das für mich eine kleine Erleuchtung. Denn klar wusste ich auch zuvor, was mir wichtig im Leben ist, aber ich habe es noch nie so klar vor mir gesehen.

Wir werden Dein Werteprofil aber noch ein wenig weiterschärfen:

  • Vergleiche nun jeweils in einer Zeile den Wert, den Du in der linken Spalte notiert hast mit dem Wert, den Du in der rechten Spalte notiert hast.
  • Stelle Dir die Frage: welcher dieser beiden Werte ist mir weniger wichtig und streiche diesen durch. Diese Entscheidung kann manchmal ganz schön schwierig sein.
  • Wenn Du alle zehn Zeilen durch hast, sollten nun nur noch 10 Werte übrig sein.

Jetzt kommen wir zum Grande Finale:

  • Zeichne nun in der unteren Hälfte Deines Blattes eine Tabelle mit 2 Spalten und 5 Zeilen.
  • Übertrage Deine 10 übrig gebliebenen Werte in die neue Tabelle, sodass jeweils wieder links und rechts 5 Werte stehen.
  • Wiederhole nun noch einmal die Streichübung: stelle Dir also in jeder Zeile die Frage, welcher der beiden Werte für Dich der wichtigere ist und streiche den unwichtigen durch.
  • Wahrscheinlich hast Du es schon gemerkt: Du bist nun fertig mit der Übung und auf Deinem Blatt stehen mit großer Wahrscheinlichkeit jene 5 Werte, die Dir im Leben am Wichtigsten sind.

Falls Du mit Deinem Ergebnis nicht ganz zufrieden bist, weil eventuell ein wichtiger Wert nicht dabei ist, dann wecke einfach den Anarchisten in Dir und schreibe ihn als Wert Nummer 6 dazu! Dann hast Du eben eine Liste mit Deinen Top-6-Werten.

Wenn Du willst, kannst Du die Übung natürlich auch weiter fortsetzen, bis wirklich nur noch ein oder zwei Werte übrig sind, aber ich bin der Meinung, die Top 5 sind eine gute Basis, um zu erkennen, was Dir wirklich wichtig ist.

Ich möchte Dir zum Abschluss auch noch einmal sagen, warum ich dieses Thema so wichtig finde:

Die eigenen Werte kennengelernt zu haben, bedeutet aus meiner Sicht, die Basis für die persönliche Zufriedenheit im Leben (und  im Job) geschaffen zu haben.

Triffst Du Entscheidungen in Übereinstimmung mit diesen Werten, dann fühlt sich das in der Regel gut und richtig an. Handelst Du im Gegensatz dazu im Widerspruch zu Deinen Werten, dann wirst Du unsicher und negative Gefühle keimen in Dir. Diese Gefühle bei Entscheidungen hattest Du auch vorher schon, nur jetzt weißt Du auch, warum das so ist.

Ist Dir beispielsweise Fairness ein großes Bedürfnis, dann wirst Du schlecht damit leben können, dass das Gehaltsschema in dem Unternehmen, in dem Du beschäftigt bist, aus Deiner Sicht ungerecht ist. Hast Du Kreativität als wichtigen Wert definiert und hängst Du in einem Job, in dem Deine Kreativität nicht gefordert, ja vielleicht sogar hinderlich ist, wirst Du bei dieser Tätigkeit kaum glücklich werden.

Deine Werte sind kein in Stein gemeiseltes Denkmal, sondern ändern sich natürlich im Laufe der Zeit. Es empfiehlt sich daher, diese Übung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Wir kommen aber nun zur letzten Achse des Wer-bin-ich-Dreiecks: Deinen Zielen.

 

 

martin-schmidt

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