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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 7: Was will ich erreichen (Ziele)?

Keine Sorge, dies soll nicht schon wieder ein weiterer Beitrag über die Formulierung von Zielen nach der SMART-Methode werden. (Was? Du kennst die SMART-Methode noch gar nicht? Dann schlage ich Dir vor, Du öffnest eine Suchmaschine Deiner Wahl, gibst in das Suchfeld „SMART Ziele“ ein und klickst auf ein beliebiges Suchergebnis der ersten Seite). Kleine Randnotiz dazu: die meisten, die über SMART Ziele schreiben oder reden, formulieren ihre Ziele selbst nicht SMART, aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Mir geht es im Zusammenhang mit mentaler Stärke für Führungskräfte um eine etwas höhere Ebene. Daher habe ich an dieser Stelle einen Spruch des chinesischen Philosophen Konfuzius gewählt, der sehr gut beschreibt, worauf ich hinaus will:

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden,
wer entscheidet, findet Ruhe,
wer Ruhe findet, ist sicher,
wer sicher ist, kann überlegen,
wer überlegt, kann verbessern.

Es geht mir also in erster Linie darum, Dir näherzubringen, dass es wichtig ist,

  • ein oder mehrere Ziele zu haben
  • diese Ziele auch zu kennen
  • und auch zu wissen, ob Du am richtigen Weg zu Deinen Zielen bist.

Aber eines nach dem anderen. Beginnen wir mit der Wichtigkeit, überhaupt ein oder mehrere Ziele zu haben. Ohne Ziel wird das ganze Leben einigermaßen sinnlos. Vergleiche es mit dem Navigationsgerät in Deinem Auto. Wenn Du beispielsweise nach Italien ans Meer fahren möchtest, dann gibst Du dieses Ziel auch in Dein Navi ein und wirst es mit großer Wahrscheinlichkeit auch erreichen. Ja, ich weiß, auch ich kenne die Geschichten von gestrandeten Autofahrern, die sich zu sehr auf die Technik verlassen haben, aber das lassen wir jetzt einmal beiseite…Wenn Du aber einfach drauf losfährst, ohne vorher das Ziel festzulegen, dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn Du dann irgendwann nicht am Meer, sondern vielleicht in einer Sackgasse landest, an deren Ende eine große Müllhalde ist. Keine schöne Vorstellung, oder?

Nachdem wir nun also wissen, dass es wichtig ist, Ziele zu haben, kommen wir zum zweiten Schritt: zu wissen, welches Ziel oder welche Ziele das sind. Kennst Du Dein Ziel? Oder anders ausgedrückt: hast Du so eine grobe Ausrichtung davon, was Du im Leben kurzfristig und langfristig erreichen willst? Oder um beim Beispiel Navi zu bleiben: willst Du ans Meer oder in die Berge oder in die Großstadt?

Kannst Du in etwa Fragen dieser Art für Dich selbst beantworten:

  • Wo will ich hin?
  • Was will ich verändern bzw. will ich überhaupt etwas verändern?
  • Wenn ich etwas verändern will, wozu?
  • Mit wem will ich Zeit verbringen?
  • Was will ich die meiste Zeit tun?
  • Was will ich nicht mehr tun?
  • Wie kann ich mit meinen Stärken anderen Menschen helfen?
  • Welcher Zustand auf der Erde ärgert mich und was kann ich dagegen unternehmen?

Es geht mir hier also nicht um Deine vorgegebenen Ziele als Führungskraft, sondern um Deine persönliche Ebene. Nachdem Du Dir oben stehende Fragen beantwortet hast, kannst Du Dich dem dritten Kernthema widmen und Dich Fragen, ob Du am richtigen Weg zu Deinen Zielen bist.

Auch dazu gibt es ein wunderbares Zitat, diesmal vom deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche:

Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, aber nur wenige in Bezug auf das Ziel.

Hast Du den richtigen Weg zum Ziel eingeschlagen. Stelle Dir doch einmal die folgenden Fragen:

  • Ist das der richtige Job für mich?
  • Ist das das richtige Unternehmen für mich?
  • Ist das das richtige Team für mich?
  • Ist das das richtige Themengebiet für mich?

Du brauchst jetzt nicht in Panik zu verfallen, wenn Du eine oder zwei dieser Fragen mit „Nein“ beantwortet hast. Den Job, wo alles passt, gibt es einfach sehr selten. Du solltest allerdings nachdenklich werden, wenn es drei oder vier Neins waren. Dann ist die Chance nämlich ziemlich groß, dass Du auf dem komplett falschen Weg zu Deinen Zielen bist. Die Konsequenz davon: Du bist innerlich blockiert und einfach nicht im Flow. Die meisten Dinge fallen Dir schwer und auch Dein Selbstvertrauen wird immer kleiner und kleiner und Du hast Angst, nur noch Fehler zu machen.

Verstehe mich nicht falsch: ich halte nichts von der These, dass der Job immer und überall Spaß machen und Begeisterung bringen muss. Wichtig ist aber, dass Dir ein Großteil Deiner Tätigkeiten leicht von der Hand geht und Spaß macht. Das heißt jetzt nicht, dass Du gleich Deinen Job aufgeben musst. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir uns noch dem Thema „persönliche Einstellung“ widmen und ich werde Dir ein paar Tipps geben, was Du auch dann machen kannst, wenn Du derzeit nur vermeintlich auf dem falschen Weg bist.

Als Abschluss zu diesem Thema: die Beschäftigung mit den eigenen Zielen und dem eigenen Weg ist ein Prozess, der über Monate oder manchmal sogar Jahre andauert. Viele Menschen stehen ständig vor der Herausforderung, nicht zu wissen, was sie wollen oder ob sie auf dem richtigen Pfad unterwegs sind. Ich plädiere dafür, manchmal auch einfach die Verbissenheit aus diesem Thema zu nehmen und sich den Antworten langsam und locker zu nähern. Aus meiner Sicht ist in vielen Fällen eine Politik der kleinen Schritte besser als ein Radikalumbruch.

Nachdem wir uns nun in den letzten Artikeln ausführlich mit Stärken, Werten und Zielen beschäftigt haben, werde ich im nächsten Beitrag noch einmal auf den Zusammenhang und die Wichtigkeit dieser Themen eingehen…

martin-schmidt

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