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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 8: Ist Dein Warum groß genug und lebt Dein Pferd?

“Working hard for something we don’t care about is called stress: Working hard for something we love is called passion.” Simon Sinek

Wer ist Simon Sinek und was will er uns damit sagen? Er ist ein in England geborener und in New York lebender Autor, Journalist und Unternehmensberater. Große Bekanntheit erlangte er mit einem Vortrag auf der Plattform TEDx mit dem Titel „Wie großartige Führungspersönlichkeiten zur Handlung inspirieren“. Dabei handelt es sich bis heute um eines der meistgesehenen Videos auf der Plattform.

In seinem Vortrag erklärt er das Prinzip des „Goldenen Kreises“. In einfachen Worten erklärt besteht der Kreis aus drei Ebenen. In der innersten Ebene steht das „Warum“, danach kommt das „Wie“ und in der äußersten Ebene folgt das „Was“.

Während sich die meisten Unternehmen in ihrer Kommunikation von außen nach innen bewegen, erklärt Sinek den genau umgekehrten Weg für den richtigen Weg zum Erfolg. Es geht also darum, sich zuerst mit der Frage auseinanderzusetzen, warum man etwas tut.

Und genau an dieser Stelle fassen sich auch die letzten drei Kapitel zu den Themen Stärken, Ziele und Werte zusammen. Wenn ich Sineks Kreis auf diese drei Begriffe umlege, dann stehen ganz innen – also dem Beginn der Auseinandersetzung – die Werte. Ich muss mir also zunächst darüber klar werden, was mir wichtig ist und welche Motive mich zum Handeln bewegen.

Dieser innerste Kreis ist immer von einer gewissen Unschärfe geprägt, aber genau für solche Unschärfen haben wir alle ein tolles Instrument eingebaut: unser Bauchgefühl!

Das Bauchgefühl handelt ja nicht einfach so aus einer Laune heraus, sondern bezieht seine Informationen aus unserem Gehirn, in erster Linie aus dem limbischen System, dass sich auch für unsere Emotionen verantwortlich zeichnet. Man kann sich also durchaus darauf verlassen, dass ein Grummeln im Magen, dass wir bei unangenehmen Situationen manchmal verspüren, uns die verlässliche Information zukommen lässt, dass gerade irgendwas nicht richtig läuft. Und umgekehrt ist das genauso der Fall: wenn sich etwas richtig anfühlt, dann kann man davon ausgehen, dass es richtig ist – zumindest in 999 von 1000 Fällen.

Oder anders ausgedrückt: Du kannst fachlich noch so gut sein in Deinem Job und Du kannst der Meinung sein, dass Du großen Erfolg haben wirst, wenn Du beharrlich dran bleibst, aber wenn es sich innerlich nicht richtig anfühlt, dass Du diesen Job machst, dann hat das seinen Grund und Du wirst nie Deine volle Leistung bringen: weil Du das Pferd von der falschen Seite aufzäumst.

Um wieder auf Sineks Kreis zurückzukommen, beginnst Du in diesem Fall von außen und beschäftigst Dich mit dem „Was“. Du setzt dir also irgendwelche Ziele, die überhaupt nicht im Einklang mit Deinen Werten und vielleicht auch nicht Deinen Stärken stehen. Da darf es Dich nicht verwundern, wenn Dir das Bauchgefühl Alarmsignale sendet. Am Anfang ist das vielleicht nur das schon beschriebene Grummeln im Magen. Aber wenn Du nicht drauf hörst, entwickelt sich daraus im Laufe von Monaten oder Jahren vielleicht ein kleines Bauchgeschwür. Oder Du schlafst schlechter oder gar nicht mehr oder erhöhst das abendliche Rotwein-Entspannungsritual auf eine ungesunde Dosis.

Genau an dieser Stelle bringe ich wieder einmal den guten, alten Henry Ford ins Spiel, dem man folgendes Zitat zuschreibt:

“Love it, change it or leave it.” Henry Ford

Genau diese Optionen hast Du nämlich, wenn Du Dich mit der innersten Ebene von Sineks Goldenen Kreis beschäftigst:

  • Option 1 „love it“: Na super, dann ist ja alles bestens. Du bist auf dem richtigen Weg.
  • Option 2 „change it“: Da wird es schon etwas komplizierter. Denn diese Möglichkeit besteht nicht immer, aber öfter als wir denken. Denn manchmal kann schon ein kritisches, offenes Gespräch mit einem Vorgesetzten helfen, um das „Was“ in die richtigen Bahnen zu lenken. Gelingt das nicht, bleibt aber nur noch
  • Option 3 „leave it“: Ganz ehrlich: wenn Du am falschen Platz bist, bist Du am falschen Platz. Kurzfristig wirst Du Dich immer wieder „drüberretten“ können, aber langfristig wirst Du fast niemals erfolgreich sein. Und wenn Du doch erfolgreich bist, wirst Du dabei dennoch nicht zufrieden sein.

Ich weiß: es ist kein schöner Moment, wenn man drauf kommt, dass man eventuell auf dem komplett falschen Weg st. Aber da wir hier jetzt schon zwei Zitate haben, kann ich ja gleich auch noch die berühmte indianische Weisheit anhängen, die Situation so schön erklärt:

Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.

Es wird nicht lebendig, wenn Du ihm eine Pause gönnst, oder wenn Du es fütterst, oder einen Spezialisten holst oder was immer. Es ist tot. Überprüfe also zunächst den Herzschlag Deines Pferdes, bevor wir weitermachen…

 

 

martin-schmidt

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