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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 15: Work hard and party harder!

Sorry für die englische Überschrift, aber manche Dinge klingen nun einmal besser in englischer Sprache.

Arbeite hart und feiere (noch) härter! Stinkt doch im direkten Vergleich deutlich ab, oder?

Egal, kommen wir zum eigentlichen Thema: dies hier soll ein Plädoyer dafür werden, Deine großen und kleinen Erfolge ausführlich zu feiern.

Im Alltag jagen wir von einem Ziel zum nächsten und vergessen völlig darauf, unsere Siege auch richtig auszukosten. Während Niederlagen endlos analysiert werden, sind die Siege oft nur ein Häkchen auf unserer endlos langen To-Do-Liste.

Wie langweilig. Doch woran liegt das eigentlich, dass wir uns so verhalten? Ganz einfach: unsere Gesellschaft ist geprägt von einer Defizitorientierung. Wir arbeiten viel eher daran, unsere Schwächen abzuschwächen, also unsere Stärken noch auszubauen. Unser komplettes Schulsystem baut auf dieser Denke auf. Wenn jemand in drei Gegenständen wirklich gut ist und in zwei anderen total abkackt, worauf konzentriert er sich dann? Auf die zwei Fächer, für die er überhaupt kein Talent hat. Weil es das System nun einmal so verlangt. Und genau diese Defizitorientierung weckt auch Skrupel in uns, unsere Erfolge zu feiern.

Doch um zu einen Zustand der inneren Zufriedenheit zu gelangen, ist es wichtig, öfter mal innezuhalten und seine eigenen Fortschritte zu erkennen und zu würdigen. Für Dich sind vielleicht heute Dinge in Deinem Job selbstverständlich, die vor einem oder zwei Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Glücklich werden wir nicht durch die Erreichung von Zielen, sondern insbesondere durch das wahrnehmen und wertschätzen von Erfolgen.

Das „Party harder“ in der Überschrift ist natürlich nur eine Metapher und nicht ganz wörtlich zu nehmen. Es geht nicht darum, sich nach jedem kleinen Erfolg die Kante zu geben und einen drauf zu machen. Vielmehr geht es darum, dass die Erfolge rückblickend mit positiven Emotionen und guten Erinnerungen im Gedächtnis bleiben.

Wie kann so eine Belohnung aussehen und was ist dabei zu beachten?

  • Sie sollte angemessen sein. Kleiner Erfolg, kleine Party – großer Erfolg, Riesensause!
  • Sie sollte etwas Besonderes sein, was man sich sonst nicht so häufig leistet. Ich esse zum Beispiel für mein Leben gerne Pastel de Nata, diese kleinen portugiesischen Blätterteigtörtchen mit Pudding-Füllung. In Wien sind die gar nicht so einfach zu bekommen. Daher belohne ich meine Erfolge öfters damit, dass ich zu Nata Lisboa in den dritten Wiener Gemeindebezirk (Achtung Werbung!) fahre und mir ein bis zwei dieser Dinger gemeinsam mit einem Galao gönne.
  • Die Belohnung sollte möglichst zeitnah zur erbrachten Leistung und nicht erst Wochen oder Monate später erfolgen.
  • Gute Belohnungen müssen nicht immer viel Geld kosten – es sind oft die einfachen Dinge, die uns am meisten Freude bereiten. Vielleicht ist es auch nur ein Spaziergang in der Natur, den Du Dir viel zu selten gönnst.
  • Wenn es um einen Erfolg geht, für den das ganze Team verantwortlich ist, empfiehlt es sich, die Belohnung zu ritualisieren. Das ist dann etwas, worauf sich schon im Vorfeld alle freuen können.
In unserer Defizitorientierung haben wir auch gelernt, unsere Erfolge schnell wieder zu vergessen. Wir steigen von einer Stufe zur nächsten und haben schon einen Großteil der Treppe bewältigt, aber es fühlt sich einfach nicht so an.

Zu diesem Zweck empfiehlt sich ein Erfolgsjournal:

  • Kaufe Dir ein schönes Notizbuch, dass Du gerne zur Hand nimmst. Auch das muss nicht viel Geld kosten. Ich persönlich verwende gerne dieses. Du kannst aber auch gerne die Vorlage verwenden, die ich eigens dafür gestaltet habe. Diese kannst Du Dir hier downloaden.
  • Ritualisiere auch den Umgang mit Deinem Erfolgsjournal. Wähle Dir beispielsweise einen fixen Termin in der Woche, in dem Du Dich mit Deinen Erfolgen der abgelaufenen Woche beschäftigst. Vielleicht bei einer gemütlichen Tasse Tee am Sonntag Nachmittag. Du darfst Dir natürlich auch ein Glas Wein oder ein Bierchen gönnen, wenn Dir das lieber ist…
  • Stelle Dir die folgenden Fragen: Was ist mir in dieser Woche gut gelungen? Was habe ich geschafft? Welches Ziel, welchen Meilenstein habe ich bewältigt? Was habe ich gelernt?

Am Anfang wirst Du Dir wahrscheinlich ein wenig doof vorkommen, wenn Du versuchst, Dein Erfolgsjournal zu führen. Zur Erinnerung: das liegt an der Defizitorientierung. Die macht uns unterbewusst solche Vorgänge einfach unangenehm. Mit ein wenig Übung und Beharrlichkeit wird es Dir aber bereits nach kurzer Zeit schon leicht fallen, Deine Erfolge regelmäßig zu dokumentieren und es wird neue Energie in Dir freisetzen und Dich dankbar und glücklich machen. Vor allem, in Zeiten, in denen es Dir einmal nicht so gut geht, kannst Du das Journal zur Hand nehmen und Dir Deine Erfolge noch einmal bewusst machen.

Du kannst natürlich noch einen Schritt weitergehen und Deine Erfolge zum Beispiel fotografisch festhalten und daraus eine Foto-Collage zu gestalten. Diese kann dann auch jederzeit um Presseartikel, Dankesschreiben, Mails, Zeugnisse, Urkunden etc. ergänzt werden und Du hast damit Deine Siege und Deinen Fortschritt eindrucksvoll visualisiert.

Zusammengefasst – oder um bei den Angliszismen zu bleiben – „In a Nutshell“: Es ist ok, seine Erfolge zu feiern. Go for it!

 

martin-schmidt

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