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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 14: Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen!

Dieses Zitat stammt vom größten Boxer aller Zeiten! Muhammed Ali? Nicht doch…Rocky Balboa!

Im Film „Rocky Balboa“ aus dem Jahr 2006 hält er seinem Sohn folgenden Motivationsvortrag:

Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Sie ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort. Und es ist mir egal wie stark du bist. Sie wird dich in die Knie zwingen und dich zermalmen, wenn du es zulässt. du und ich, und auch sonst keiner, kann so hart zuschlagen wie das Leben. Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann, es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weiter macht. Wie viel man einstecken kann und trotzdem weiter macht. Nur so gewinnt man! 

Was Rocky seinem Filmsohn damit sagen möchte?

Rückschläge gehören einfach dazu zum Leben. Stärke zeigt sich nicht im Triumph, sondern immer in der Stunde der Niederlage!

Auch als Führungskraft ist man oft mit Rückschlägen konfrontiert:

  • Ein Projekt verläuft im Sand
  • Eine Idee scheitert
  • Vertrauen des Managements schwindet
  • Ziele werden verfehlt
  • Die Loyalität im Team sinkt
  • Ein Mitglied in Deinem Team kündigt
  • Man wird selbst gekündigt oder degradiert

Wichtig ist, zu lernen, dass Du im Grunde genommen NIE verlierst. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder Du gewinnst, oder Du lernst. Aus Rückschlägen lässt sich immer etwas lernen. In letzter Zeit ist in diesem Zusammenhang immer öfter vom Begriff „Resilienz“ zu lesen. Resilienz zu entwickeln ist – vereinfacht ausgedrückt – die Fähigkeit, Krisen gut zu bewältigen.

Viele heute berühmte Personen mussten sich einen Großteil ihres Lebens mit Rückschlägen und mit der Bewältigung von Krisen beschäftigen.

Beispiele?

Abraham Lincoln war einer der bedeutendsten Präsidenten der US-Geschichte und derjenige, der die Sklaverei in den USA beendete. Davor hat er unzählige Wahlen verloren und wurde schon als ewiger Verlierer abgestempelt.

Thomas Edison hat die Glühbirne erfunden. Bis es aber so weit war, hat er in etwa 9.500 Kohlefäden ausprobiert, bis er endlich denjenigen fand, der die Birne dauerhaft zum Leuchten brachte.

Joanne K. Rowling hat mit ihren Harry Potter Büchern über eine Milliarde Dollar verdient. Davor hatte sie jedoch einige private Schicksalsschläge zu verkraften, lebte jahrelang von Sozialhilfe und ihre Manuskripte wurden ständig von den Verlagen abgelehnt, bis sich 1997 endlich der Bloomsbury Verlag erbarmte und den ersten Roman in einer Auflage von 500 Stück druckte.

Alle diese Personen haben eines gemeinsam: sie sind einmal öfter aufgestanden als hingefallen.

Es gibt drei wesentliche Eigenschaften, die die Resilienz beeinflussen:

  1. Selbstbewusstsein: der Glaube in die eigenen Fähigkeiten ist besonders nach Rückschlägen und Niederlagen wichtig.
  2. Optimismus: „Ok, es ist vielleicht diese eine Sache schlecht gelaufen, der Rest ist aber immer noch super“. Es ist wichtig, nicht den Blick für die positiven Dinge zu verlieren.
  3. Selbstbestimmtheit: „Na gut, das hat mich jetzt ein wenig aus der Bahn geworfen, aber grundsätzlich habe ich immer noch in der Hand, wie es jetzt weitergeht!“

Daher ist es immens wichtig, diese Eigenschaften zu kultivieren. Schön und gut wirst Du Dir denken, aber wie soll ich denn nun konkret mit Rückschlägen umgehen? Dafür habe ich folgenden 6-Stufen-Plan entwickelt:

  1. Setze Dir zunächst einmal eine Verdauungsfrist. Je nach Ausmaß des Rückschlages kann diese von 24 Stunden bei kleinen Rückschlägen bis zu einem längeren Sabbatical bei sehr großen Niederlagen sein.
  2. Nach der Verdauungsfrist kannst Du mit der Manöverkritik beginnen. Wichtig ist, dass Du dabei konstruktiv bleibst. Ja klar, Du hast es vielleicht verbockt, aber Du hattest auch nicht auf alles 100%igen Einfluss: Auch die Rahmenbedingungen haben wahrscheinlich eine entscheidende Rolle gespielt. Lerne, eine Fehlerkultur zu entwickeln und stelle Dir in der Analyse Fragen wie diese: Was waren die Ursachen und Gründe? Was waren meine persönlichen Fehler dabei? Worauf hatte ich keinen Einfluss? Leite daraus ein paar Learnings für die Zukunft für Dich ab: Welche Handlungsoptionen kann ich entwickeln, um zukünftig besser aus solchen Situationen auszusteigen? Versuche dabei, mehrere Wahlmöglichkeiten zu entwickeln. Damit setzt Du einen positiven Kreislauf in Gang: je mehr Wahlmöglichkeiten Du hast, desto mehr Selbstvertrauen gewinnst Du, und je mehr Selbstvertrauen Du hast, desto mehr Wahlmöglichkeiten wirst Du entwickeln können. Hole Dir, wenn möglich, auch Feedback von anderen Personen zu der Situation.
  3. Schluss mit Hättiwari (österreichisch für: hätte ich, wäre ich). Hör auf, mit dem Schicksal zu hadern, sondern akzeptiere alles so, wie es geschehen ist. Es lässt sich ohnehin nicht mehr ändern.
  4. Suche Dir ein positives Umfeld. Gewinne Abstand zum Ort des Rückschlages und vermeide den Kontakt mit „toxischen“ Menschen und Energievampiren. Du bist der Durchschnitt der fünf bis zehn Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst. Suche Dir daher Menschen, die Dich im Leben voranbringen und ähnliche Ziele haben wie Du bzw. schon das erreicht haben, was Du noch erreichen möchtest.
  5. Höre auf, Dich selbst zu bemitleiden. Denke an die Ansprache von Rocky: die Welt hat nicht nur Dich in die Knie gezwungen, sondern auch viele andere Menschen. Viele davon hat es sogar noch um Einiges schlimmer als Dich erwischt. Ich beispielsweise bin jeden Morgen schon sehr dankbar dafür, dass ich gesund bin, keine wesentlichen körperlichen und geistigen Einschränkungen habe, ein Dach über dem Kopf habe und in einer friedlichen Umgebung lebe. Damit geht es mir wahrscheinlich schon besser, als den meisten anderen Menschen. Wichtig ist auch, zu Deinen schlechten Leistungen zu stehen und Farbe zu bekennen: „Ja, das habe ich verbockt – so what!“. Dein Umfeld schert sich viel weniger um Dich, als Du denkst. Und das ist in diesem Fall eine gute Nachricht!
  6. Lass die Vergangenheit hinter Dir und konzentriere Dich auf die Gegenwart und auf die Zukunft. Vielen hilft es auch, rituell mit der Vergangenheit abzuschließen. Eine Möglichkeit dazu bietet beispielsweise das Verbrennungsritual: schreibe oder male die Situation auf ein Blatt Papier und verbrenne dieses Blatt dann symbolisch. Oder wirf es von einem Hochhaus runter oder in einen reißenden Fluss oder lass es in einem Ballon aufsteigen.

Mache Dir zukünftig einfach einen Sport daraus, mit Rückschlägen umzugehen und freue Dich darauf. Nimm Sie einfach als das, was sie sind: Feedback, dass Du auf dem falschen Weg warst und etwas ändern musst.

 

martin-schmidt

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