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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 16: Achtung Großfahndung!

In diesem Artikel begeben wir uns auf eine Großfahndung. Was wir dabei suchen? Deine Energieräuber!

Oder anders ausgedrückt: wir wollen herausfinden, was Dir in Deinem Leben Stress bereitet.

Zum Stressbegriff: wenn ich in diesem Zusammenhang von Stress schreibe, dann ist der „negative Stress“, oft auch als „Distress“ bezeichnet, gemeint. Er beschreibt einen Zustand, in dem auf Anspannung und Anstrengung die entsprechenden Ausgleichsmöglichkeiten wie Entspannung und Belohnung nicht zustande kommen, was dauerhaft zu einem Kräfteraub und zu einem Erschöpfungszustand bzw. beruflich auch zu einem Burnout führt. Demgegenüber steht der „positive Stress“, oft auch als „Eustress“ bezeichnet, der eher motivierend als kraftraubend empfunden wird.

Feinde, die man besiegen möchte, muss man kennen. Umgelegt auf das Stressmanagement bedeutet das, dass Du zunächst einmal die Faktoren herausfinden musst, die Dir Stress bereiten.

Wir neigen oft dazu, immer die großen Dinge und Ereignisse als Stress zu betrachten: Unfall, Krankheit, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes. In Wirklichkeit sind es aber meistens die Kleinigkeiten, die uns dazu bringen, die Nerven wegzuschmeißen. Hier ein paar Beispiele im Arbeits- und speziell auch im Führungsalltag:

  • Der Mitarbeiter, der Dir nie richtig zuhört.
  • Dein Chef, der sich nicht an seine eigenen Prioritäten und Prozesse hält.
  • Ein Kunde, der ständig Spezialwünsche hat, die Du so nicht erfüllen kannst.
  • Der Gemeinschafts-Kühlschrank, der von den Kollegen so vollgeräumt wurde, dass Du nicht einmal mehr Dein Mittagessen findest.
  • Der Kopierer, bei dem schon wieder niemand das Papier nachgelegt hat.
  • Der ständige Lärm im Büro.
  • Die Angst, dass Du für eine gewisse Aufgabe zu langsam oder zu doof bist.
  • Die ständigen Überstunden.
  • Deine eigenen (zu hohen) Ansprüche und Erwartungen an Dich selbst.
  • Das Meeting, in dem Du wieder vor Kunden und/oder Kollegen sprechen musst.
  • Die Schuldgefühle, die Du Dir für alles Mögliche machst – zum Beispiel, weil ein Mitarbeiter aus Deinem Team gekündigt hat.
  • Die Ungewissheit, wie es im Job weitergeht.
  • Der Konkurrenzkampf unter den Kollegen.
  • Eile, Hetze, Zeitdruck, Neid, Missgunst…

Diese Aufzählung ist alles andere als vollständig, aber sie gibt Dir einen guten Überblick, was alles Stress in Dir auslösen könnte.

Es ist wichtig, dass Du Deine Stressoren ganz genau kennst, daher empfehle ich Dir folgende Vorgehensweise:

  • Nimm Dir eine halbe Stunde bis Stunde Zeit und ziehe Dich an einen ruhigen Ort zurück. Denke darüber nach, was in den letzten Tagen und Wochen in Deinem Leben passiert ist. Gehe wirklich einzelne Tage durch und überlege Dir konkrete Situationen, die Dich gestresst haben und analysiere, warum das so war.
  • Solltest Du mit dieser Methode nicht weiterkommen, dann empfiehlt sich ein Stressjournal, ähnlich dem Erfolgsjournal, das ich Dir im letzten Artikel vorgestellt habe. In diesem Fall solltest Du aber unmittelbarer vorgehen: trage die Situationen, die Stress in Dir auslösen, möglichst zeitnah in das Journal ein. Idealerweise nimmst Du Dir einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen dafür und setzt Dich jeden Abend hin und reflektierst noch einmal den Tag.
  • Frage Personen Deines Vertrauens, in welchen Situationen Du auf sie einen gestressten Eindruck machst. Notiere Dir auch diese Situationen in Dein Journal und bitte die Personen, Dich immer wieder auf solche Situationen und Dein Verhalten aufmerksam zu machen.

Zusammengefasst: Stressoren sind alle Deine inneren und äußeren Reize, die Stress bei Dir verursachen und Dich zu einer bestimmten Reaktion verleiten.

Wichtig dabei ist, dass Du weißt, dass die Reaktion auf diese Reize immer nur Deine Interpretation ist und nichts, was nicht verändert werden kann. Zunächst einmal musst Du jedoch Deinen Feind erkennen, denn dann verliert er auch seinen Schrecken und es lassen sich bewusst Maßnahmen ergreifen.

martin-schmidt

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