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Tipp 8/25: Analysiere, wer in Deinem, Team welche Rolle spielt! (25 Tipps für erfolgreiches Team-Management)

In diesem Kapitel widmen wir uns Schindlers Liste. Aber nicht so, wie Du jetzt vielleicht denkst. Ich meine Raoul Schindler, einen der zahlreichen Wiener Psychoanalytiker, der das Interaktions-Modell der Rangdynamik entwickelt hat.

Keine Sorge, das klingt im ersten Moment komplizierter, als es tatsächlich ist. Schindler unterscheidet grundsätzlich vier verschiedene charakteristische Rollen in Gruppen:
• -Alpha-Typ
• -Beta-Typ
• -Gamma-Typ
• -Omega-Typ

 

Der Alpha-Typ

Er hat den Ruf des klassischen Anführers und steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Alpha-Typ gibt die Ziele, die Normen und das Tempo im Team vor. Er ist der Motivator, Vermittler und Ermahner und repräsentiert die Wertewelt des gesamten Teams.
Sein Problem: Wenn er zu schwach ist, wird er sofort abgelöst. Das Interessante dabei ist, dass der Alpha-Typ nicht der eigentliche Vorgesetzte sein muss, der laut Organisation dafür ausgewählt wurde, sondern der, den das Team oder die Gruppe dafür ausgewählt hat. Ist die „echte“ Führungskraft in der Gruppe zu schwach, wird sie im und für das Team durch eine charismatischere Persönlichkeit ersetzt.

Der Beta-Typ

Er tritt oft als Experte oder Berater auf. Wegen seines Fachwissens genießt er hohes Ansehen im Team und führt hinter den Kulissen die Geschicke. Oft ist er es, der auch die Funktion des Teampsychologen oder im Falle von Konflikten die Mediatorrolle übernimmt und den Zeremonienmeister bei Veranstaltungen stellt.
Man bezeichnet den Beta-Typ auch als den „leisen Weisen“. In der Praxis erkennt man solche Leute oft daran, dass sie immer genau wissen, zu wem sie gehen müssen, wenn sie eine Information benötigen oder auch dadurch, dass sie unter ihrem Schreibtisch eine große Kiste mit allen möglichen Informationen stehen haben.

Der Gamma-Typ

Beim Gamma handelt es sich um den klassischen treuen Weggefährten. Er folgt zuverlässig den Anweisungen seines Vorgesetzten und hat immer ein offenes Ohr für die anderen Team-Mitglieder. Bei Festen sieht man ihn oft Bierkisten schleppen. Das und viele andere Eigenschaften machen ihn sympathisch und allseits beliebt.
In einem Schachspiel wäre er wohl ein Bauer. Treu im Bund neben den anderen, immer bereit, seine Aufgaben zu erfüllen. Auch wenn es immer nur ein Feld vorwärts ist.
Anders ausgedrückt: der Gamma macht genau das, wofür das Team geschaffen wurde. In einem Buchhaltungs-Team widmet er sich Buchhaltungsaufgaben, bei einem Bautrupp widmet er sich einer bestimmten Aufgabe am Bau. Wenn ein Team einigermaßen funktionieren soll, dann sollte es zu großen Teilen aus Gammas bestehen.

Der Omega-Typ

Dabei handelt es sich um den klassischen Außenseiter und Quertreiber. Er kritisiert und nörgelt, was das Zeug hält. Er redet nicht mit jedem, sondern fast ausschließlich mit dem Alpha im Team. Er ist der klassische Outlaw in der Gruppe. Doch diese Zuordnung ist unfair und ungerecht. Denn im tiefsten Inneren ist er es, der den Wandel und die Veränderung anstrebt und vorantreibt. Er ist also nur vordergründig ein schlechter Mensch und schadet der Gruppe. Eine gute Führungskraft ist sich aber immer der Qualitäten seines Omega bewusst.
Ein Omega schlüpft aus unterschiedlichen Gründen in diese Rolle: vielleicht wurde er einmal bei einer wichtigen Entscheidung übergangen oder er ist mit der aktuellen Führungskraft nicht einverstanden etc. Vor allem gibt es für diesen Typen auch ein Phänomen: Ist er einmal nicht mehr da, wird er automatisch durch ein anderes Team-Mitglied ersetzt.

Daher mein Tipp an Dich: „know your enemy!“Behalte Dir als Führungskraft Deinen aktuellen Omega. Ihn kannst Du einschätzen und im Zaum halten. Wer weiß, wer ihm folgen würde…

 

Wenn Du Dir nun die Frage stellst, wie viele von den einzelnen Typen man im Team braucht, um voranzukommen, kann ich Dir nur den guten Tipp geben, dass es auf die gesunde Mischung ankommt. Jeder einzelne Typus hat schließlich eine wichtige Funktion.

Meine Erfahrungen zeigen aber, dass es ratsam ist, maximal einen Alphatyp in der Gruppe zu haben. In Ausnahmefällen können es auch zwei sein, doch die müssen wirklich gut harmonieren. Bedenke auch, dass Du nicht der Alpha sein musst, aber davon erzähle ich Dir im nächsten Kapitel noch etwas mehr! Ebenso sollte Dein Team über maximal zwei Omegas verfügen. Sonst könnte es für alle wirklich unerträglich werden und die Stimmung könnte dauerhaft kippen. Deine guten Gammas solltest Du fördern und mittelfristig zu Betas machen.

Letztendlich ist aber auch immer alles von der Aufgabe und der Größe des Teams abhängig. Daher rate ich Dir, diese Tipps nur als Rahmen zu sehen und hier Deinen eigenen Idealweg zu finden.

Zum Schluss noch eine Randnotiz dazu: Derjenige, der in einer Gruppe der Alpha ist, kann in einer anderen Gruppenkonstellation durchaus auch Beta, Gamma oder Omega sein etc.

TO DO LIST:
-Analysiere Deine Team-Mitglieder und weise jedem Einzelnen seine Team-Rolle zu!
-Bringe das Ganze in eine graphische Form, mit der Du gut arbeiten kannst!
-Sieh Dir die Verteilung der Rollen an! Ist die Verteilung in Ordnung oder besteht Handlungsbedarf?
-Überlege Dir, welche Gammas Du in nächster Zeit zu Betas machen könntest!

 

PS: Das E-Booklet mit allen 25 Tipps kannst Du hier um 99 Cent erwerben. 😉 Falls Du lieber handfeste Dinge bevorzugst, bekommst Du hier das „echte“ Buch für ein paar Euros!

PPS: Sozusagen als Bonus-Track zu den 25 Tipps für erfolgreiches Team-Management habe ich Dir eine Checkliste für erfolgreiche Mitarbeiter-Gespräche erstellt, die Du Dir hier runterladen kannst.

martin-schmidt

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