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Mentale Stärke für Führungskräfte Teil 10: Zwei Minuten nur für Dich allein!

Als ich die Idee hatte, über mentale Stärke zu schreiben, habe ich mir dabei immer vorgenommen, dass das auf jeden Fall down-to-earth geschehen muss. Mein Bestreben ist es, so wenig wie möglich, an die Eso-Türe zu klopfen und Einlass zu gewähren.

Daher ist es für mich besonders schwierig, Dir hier das Thema Meditation näher zu bringen. Aber vertraue mir zunächst einfach: die Sache ist es auf jeden Fall wert, ausprobiert zu werden.

Die meisten Menschen haben bei Meditation sofort das Bild vom im Schneidersitz hockenden, die Finger nach oben gerichteten Buddhisten, der stundenlang stumm herumsitzt.

Im Grunde genommen ist das eine gute Sache, aber wenn ich es beispielsweise mit Autos vergleiche, dann reden wir hier vom Ferrari der Meditation. Und wir wollen doch lieber in einer niedrigeren Klasse beginnen und kaufen uns also beispielsweise einen Dacia, einen kleinen VW, oder…Du weißt schon, worauf ich hinaus will – einigen wir uns einfach auf den kleinen VW.

Dieser VW hat natürlich nicht das volle Meditations-Leistungspotential. Im Grunde genommen gehören zu seiner Grundausstattung nur folgende Dinge:

  • Zur Ruhe kommen
  • Konzentrationssteigerung
  • Stressreduktion
  • Schmerzlinderung
  • Gelassenheitssteigerung

Wenn Du mich fragst, sind das aber bereits fünf unschlagbare Gründe, um sofort mit der Meditation zu beginnen. Keine Angst, wir machen jetzt keine Raketenwissenschaft daraus und es beansprucht nur sehr wenig Zeit.

Hier eine kurze Anleitung zur Vorbereitung:

  • Such Dir einen Platz, an dem Du ungestört bist und mach es Dir dort ein wenig gemütlich. Aber mache auch aus dieser Aufgabe keine Wissenschaft. Du wirst am Anfang beim Meditieren ohnehin die Augen geschlossen haben und das Chaos um Dich herum nicht wahrnehmen. (Das ist aber auch kein Muss: Du kannst die Augen auch geöffnet halten und Dich auf einen Gegenstand in 2 bis 3 Meter Abstand konzentrieren.)
  • Überlege Dir eine gute Tageszeit für Dich: je nach Lebenssituation kann es für manche günstiger sein, in der Früh zu meditieren, andere werden die tägliche Einheit vielleicht lieber in die Abendstunden verlegen. Du kannst Dir natürlich auch 2 oder 3 Einheiten täglich einplanen, aber übertreib es nicht gleich.
  • Such Dir eine App auf Deinem Telefon, mit der Du einen Countdown einstellen kannst und die ein Signal von sich gibt, wenn die Zeit abgelaufen ist. Ich persönlich verwende hierfür auf meinem Android Telefon „Hybrid Stopwatch“ – aber die anderen 10.000 Apps zu dem Thema erfüllen den gleichen Zweck.
  • Ja, es gibt ideale Sitzpositionen für die Meditation. Aber die bekommst Du am Anfang ohnehin nicht richtig und schmerzfrei hin. Also setz Dich einfach so hin, dass Du es bequem hast. Leg Dir ein paar Kissen zurecht. Idealerweise hältst Du Deine Beine im rechten Winkel und die Fußsohlen stehen flach auf dem Boden, der Kopf sollte gerade ausgerichtet sein, die Arme locker und auf den Oberschenkeln abgelegt. Um alles andere kannst Du Dich wirklich später kümmern. Google ist hier Dein Freund bei der Suche nach der idealen Position…

Nun bist Du also bereit für Deine erste Session…

  • Stelle den Countdown in Deiner App auf zwei Minuten…
  • Nimm Deine Position ein und komm erst mal ein wenig zur Ruhe…
  • Konzentriere Dich nur auf Deinen Atem. Beobachte, wie Du abwechselnd einatmest und wieder ausatmest (und auf die kleine Pause dazwischen)…
  • Verändere Deinen Atem nicht. Lass ihn einfach wie er ist. Du sollst ihn nur beobachten. Es geht nur darum, einmal an nichts anderes zu denken…
  • Jetzt wirst Du merken, dass das gar nicht so einfach ist: weil wir so brainfucked sind, schießen ständig Gedanken quer durch Dein Gehirn mitten in Deine schöne Meditation…
  • Die gute Nachricht: das macht gar nichts und ist ganz normal. Lasse diese Gedanken einfach zu und beobachte sie nur. Bewerte sie nicht, sondern nimm sie einfach nur wahr. Versuche Dich weiterhin, auf Deinen Atem zu konzentrieren und beobachte, ob die Gedanken wieder verschwinden und neue kommen.
  • Sieh Dir das ganze Schauspiel einmal aus der Vogelperspektive an. Beobachte Dich selbst, wie Du versuchst, Dich auf Deinen Atem zu konzentrieren und wie Du dabei von Deinen Gedanken gestört wirst. Wisch die Gedanken dabei einfach auf die Seite.
  • Mit der Zeit wird es Dir gelingen, die Aufmerksamkeit immer länger bei Deinem Atem zu halten.
  • Wenn Du den Signalton hörst, dann kannst Du wieder in den Alltag zurückkehren.
  • Sollte es Dir ähnlich wie mir gehen, dann hast Du jetzt einen Zustand der „entspannten Dumpfheit“ erreicht. Besser kann ich es auch nicht beschreiben, aber falls es so ist, weißt Du sicher, wie ich es meine.

Glückwunsch, Du hast meditiert! Die gute Nachricht: es ist gar nicht so schwierig. Die schlechte Nachricht: die gewünschten Effekte stellen sich nicht immer gleich von Anfang an ein, sondern es bedarf regelmäßiger Wiederholung. Es ist, wie wenn Du Deinen Körper in Form bringen möchtest. Von einer Hantel-Session wächst Dir auch nicht gleich ein Riesenbizeps, aber nach einem Monat Training sehen Deine Oberarme sicher schon ein wenig anders aus, oder Dein Bauch, oder Deine Oberschenkel…

Also gleich ran an das Kopf-Workout…

martin-schmidt

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